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Brief an den Lehrer




Sehr geärter Herr Leerer !


Herr Leerer, gut, das sie mir schraiben.

Mein Sohn er ist in Deutsch ser slecht?

Mag sein, das Sie oft übertraiben,

doch hier, da gib ich ihnen rächt.


Im rechden Schraiben, mus ich sagen,

da hat er imer schon fersagt...

Das ales schleegt mir auf den Magen,

auch ich hab hir schon oft geklagd.


Nim dir ein Buch, begin zu lehsen,

so maan ich ihn zu jeder Stund....

Auch ich war mal so klein gewesen,

heut bin ich vit, das ist der Krund.


Woher der Junge diese Geene ?

Ich weis es nicht, kans mir nur denken,

wool durch mein Waibchen, die Helene

auch der sollt man ein Deuzbuch schenken.


Doch werd ich mich darum bemüen,

geerter Leerer Kampenzwick.

Jetzt aber mus ich zu den Kühen,

weil deren Euter grad ser dik.



Hochachdungsfoll

der Fater vom Buben


Klaus Heinzl

Kommentare

  1. Das entlockt mir jetzt wirklich ein Lächeln.
    Mein Mann war Direktor einer Volksschule, und da kam ihm auch so manches unter, halt nicht gerade in dem Ausmaß.
    GLG Anneliese

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  2. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm....

    LG aus dem Regen

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  3. Das ist köstlich zu lesen.
    Das Selbstbewusstsein vom Fater des Buben, sollte man haben *g*

    Liebe Grüße
    Barbara

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  4. Liebe Ilse!
    Beim Lesen musste ich herzlich lachen.
    Lieben Gruß
    Poldi

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