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Hundertwasser.....



Friedrich Stowasser (* 15. Dezember 1928 in Wien; † 19. Februar 2000 an Bord der Queen Elizabeth 2), besser bekannt als Friedensreich Hundertwasser, in Eigenkreation auch Friedensreich Regentag Dunkelbunt Hundertwasser war ein österreichischer Künstler und Multitalent, sowie ein entfernter Verwandter des Altphilologen Joseph Maria Stowasser.
Hundertwasser war das einzige Kind des arbeitslosen Reserveleutnants Ernst Stowasser und seiner Ehefrau Else Stowasser. Der Vater starb nur dreizehn Tage nach seiner Geburt an einer Blinddarmentzündung, worauf ihn seine Mutter alleine groß zog. Mit sieben Jahren kam er auf die Montessori-Schule in Wien. Die dortigen Kunsterzieher attestierten ihm einen „außergewöhnlichen Formen- und Farbensinn“. Obwohl seine Mutter Jüdin war, wurde Hundertwasser 1937 katholisch getauft. Nach dem „Anschluss Österreichs“ kam er 1938 zur Hitler-Jugend. Weil Privatschüler weniger auffielen, ließ Else Stowasser ihren Sohn auf eine staatliche Wiener Schule wechseln. 1943 wurden neunundsechzig von Hundertwassers Verwandten von den Nationalsozialisten ermordet. Hundertwasser und seine Mutter blieben verschont.
Nach seiner Matura im Jahr 1948 besuchte er im Wintersemester 1948/49 für drei Monate die Wiener Akademie der Bildenden Künste. Dort begann er seine Werke mit dem Künstlernamen „Hundertwasser“ zu signieren. Kurz nach Abbruch des Studiums reiste Hundertwasser im April 1949 zum ersten Mal nach Italien. Er lernt u.a. den französischen Künstler René Brô kennen. Gemeinsam reisen sie 1950 bis nach Paris. Es folgten weitere Reisen nach Marokko (erste Jahreshälfte von 1951), nach Tunesien, Sizilien und auf die Bürgeralm bei Aflenz in der Steiermark.
Trotz seines Lebens als Einzelgänger reiste Hundertwasser Zeit seines Lebens viel und gern. Auf den Reisen lernte er Englisch, Französisch und Italienisch. Außerdem sprach er ein wenig Japanisch, Russisch, Tschechisch und Arabisch. Stets hatte er einen Miniaturmalkasten bei sich, um überall und sofort malen zu können. Seine ersten Ausstellungen hatte Hundertwasser 1952 und 1953 in seiner Heimatstadt Wien, 1955 dann in Mailand sowie 1954 und 1956 in Paris.
Im Jahr 1957 erwarb Hundertwasser einen Bauernhof am Rand der Normandie. 1958 feierte er seine erste Hochzeit. Die Ehe wurde zwei Jahre später wieder geschieden. Hundertwasser reiste 1960 nach Japan, wo er 1961 bei der 6. Internationalen Kunstausstellung in Tokio den „Mainichi-Preis" erhielt. 1962 heiratete er ein zweites Mal. Auch die Ehe mit der Japanerin Yuku Ikewada zerbrach nach einigen Jahren und wurde 1966 geschieden. Während der Zeit in Japan entstand auch der Name „Friedensreich“. Er übersetzte seinen Vornamen in die japanischen Schriftzeichen für die Begriffe „Friede“ und „reich“ und nannte sich von nun an Friedensreich.
Nach dem Bauernhaus in der Normandie kaufte Hundertwasser 1964 die aufgelassene „Hahnensäge“ im dünn besiedelten niederösterreichischen Waldviertel. Dort, fernab von Hektik und inmitten der Umwelt, richtete er sich eine neue Behausung ein. Sein Streben und Engagement nach einer friedlichen, humanen und naturnahen Umwelt drückte der Künstler 1967 in München und 1968 in Wien, durch zwei öffentliche Reden aus, die er nackt hielt.
Von 1970 bis 1972 arbeitete Hundertwasser mit dem Regisseur Peter Schamoni an dem Film „Hundertwasser Regentag“. Dieser war nach dem Dokumentarfilm „Hundertwasser - Leben in Spiralen“ von 1966, der zweite Film über das Leben des Künstlers. Er handelt von dem alten Salzfrachter, mit dem Hundertwasser 1968 von Sizilien nach Venedig segelte.

Hundertwasser entwarf das offizielle Plakat für die XX. Olympischen Sommerspiele 1972 in München. 1975 begann er Postwertzeichen zu entwerfen. 1982 gestaltete er die Fassade der Rosenthal-Fabrik in Selb um. Ein Jahr später folgte die Grundsteinlegung des Hundertwasser-Hauses in Wien, das am 17. Februar 1985 an die Mieter übergeben wurde. In den Jahren darauf arbeitete Hundertwasser an zahlreichen Architekturprojekten. Darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz, aber auch Kalifornien, Japan und Neuseeland.
1995 erschien die streng limitierte „Hundertwasser – Bibel“. Die 1688 Seiten starke Bibel ist mit dreißig, extra für diese Edition geschaffenen Collagen und fünfzig Kunstwerken bebildert. Die Einbände sind handgefertigt und jeweils Unikate.
Am 19. Februar 2000 starb Friedensreich Hundertwasser auf der Rückreise von einem längeren Aufenthalt in Neuseeland an Bord der „Queen Elizabeth 2“ an Herzversagen.
Seinem letzten Wunsch entsprechend wurde er am 3. März auf seinem Grundstück in Neuseeland beerdigt. Unter einem Magnolienbaum, ohne Sarg und nackt, eingehüllt in eine von ihm entworfene Fahne mit dem Koru-Symbol.
Zur politischen Einstellung Hundertwassers kann gesagt werden, dass er infolge seiner Erfahrungen als Verfolgter des NS-Regimes (seine Mutter war Jüdin) früh eine konsequent antitotalitäre Position vertrat (auch im Sinne einer Ablehnung des Stalinismus). Er dürfte von seiner Mutter im Sinne der in der Zwischenkriegszeit verbreiteten k.u.k-Nostalgie beeinflusst worden sein. Seine frühen Ängste vor den im Karree marschierenden Bataillonen der Diktaturen dürfte seine Gegnerschaft gegen die Geometrisierung des Menschen und seiner Architektur mit bedingt haben. In späteren Jahren, als bereits bekannter Künstler, hat sich Friedensreich Hundertwasser als Umweltaktivist betätigt und zuletzt eher als EU-Gegner und Verfechter der Bewahrung regionaler Eigenarten profiliert. Zu den weniger bekannten Facetten von Hundertwassers Persönlichkeit gehört sein Bekenntnis als konstitutioneller Monarchist.
Seine künstlerischen Einflüsse in der Malerei und Bildhauerei setzte Friedensreich Hundertwasser auch in der Gestaltung mehrerer Gebäude um. Da „sto“ in vielen slawischen Sprachen das Wort für hundert ist, legte er sich den Künstlernamen Hundertwasser zu. Zudem benutzte er auch eine japanische Übersetzung seines Nachnamens, 百水 (hyakusui), und nahm die Tradition japanischer Künstler auf, seine Werke mit einem Namensstempel zu versehen. Seine bunten Bilder waren durch weiche Naturformen und Spiralen geprägt. Von der Wiener Secession, insbesondere von Gustav Klimt und Egon Schiele inspiriert, entwickelte der Aktionskünstler und Umweltaktivist seinen eigenen „Hundertwasser-Stil“. Seine Popularität und die hohe Kunst der Massenvermarktung verhalfen ihm zu weltweiter Bekanntheit.
Hundertwasser bezeichnete die gerade Linie als gottlos, da sie in der Natur nicht vorkomme. Deshalb forderte er in seinem „Verschimmelungsmanifest“, dass die gerade Linie verboten werden sollte. Ein Auszug aus diesem Manifest: „Schon das Bei-sich-tragen einer geraden Linie müßte, zumindest moralisch, verboten werden.“[1] Heimann-Jelinek meint, Hundertwassers labyrinthischer Spiralstil habe seine Wurzeln auch in der permanenten Spannung und Angst, die er während der Jahre 1938-1945 durchleben musste. Hundertwasser hat sich einige Zeit ganz bewusst mit der Shoa beschäftigt: Bilder wie Blut regnet auf die Häuser (1961), Judenhaus in Österreich (1961-62), Blutgarten (1962) oder Krematorium (1963) legen davon Zeugnis ab.

Quelle: Wikipedia

Ein schönes Wochenende wünscht Susibella


Kommentare

  1. Liebe Ilse!
    Die Bauten von Hundertwasser mag ich sehr. Sie wirken fröhlich in ihrer Buntheit und ihren Formen.
    Lieben Gruß
    Poldi

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  2. Liebe Ilse
    ich bin begeisterte Hundertwasserfan und hab schon mal ein Städtchen besucht und aus der nähe an geschaut.. super da würde ich auch gerne wohnen..

    ich habe für dich ein Award!

    Lieben Gruss Elke

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  3. Waltraud5.2.12

    Du hast dir viel Arbeit mit den Erläuterungen zu Hundertwasser gemacht. Ich kenne zwar einige Bilder von ihm, aber näheres wußte ich nicht dazu.
    Liebe Grüße und eine gute Woche Waltraud

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  4. Ilse, unglaublich was Du uns alles aufgeschrieben hast. Danke schön, ich hab es gern gelesen und viel Neues erfahren.
    Ich wünsch Dir eine schöne Woche, leider ist es ja überall so eiskalt. Langsam reicht es wieder .... und doch hoffe ich, dass sich der Winter nun so richtig austobt und dass der Frühling nicht mehr weit ist.
    Herzliche Grüsse
    Elisabeth

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